(Königliche) Bergschule zu Siegen

Vor 200 Jahren Unterrichtsbeginn

 

Nach dem Wiener Kongress wird das Siegerland mit dem Königreich Preußen vereinigt. Unter der französischen Fremdherrschaft war der ehemals blühende Bergbau stark zurückgegangen und der preußischen Regierung war daran gelegen, den mit verschiedenen Mineralienvorkommen gesegneten Landesteil bergbaulich neu zu beleben. Der Geheime Oberbergrat Graf von Beust von der neu errichteten Oberbergamtskommission (später Königliches Oberbergamt) richtete 1815 einen Fragenkatalog an die amtierenden Revier-Bergmeister Engels, Jung, Stein, Doering, Menzler und Schmidt, wie dies zu realisieren sei. Eine Frage beschäftigte sich u. a. mit der Bildung von Unteroffizianten und Aufsehern im Siegerländer Bergbau. Es wurden neben den Bergbeamten, die an den Bergakademien studierten, junge qualifizierte Bergmänner gebraucht. Durch eine fundierte Ausbildung sollten sie anschließend Führungsfunktionen als Steiger oder untere Gruben- und Rechnungsbeamte ausüben. Anlässlich der ersten Generalbefahrung am 25.September 1816, an der außer dem Grafen Beust auch der Oberberghauptmann Gerhard aus Berlin teilnahm, wurde im Protokoll festgehalten: “Endlich wird noch empfohlen die Errichtung von Bergschulen, um Steiger auszubilden.“ Auch Oberbergrat J. P. Becher hielt es für nötig und zweckmäßig in Siegen eine Bergschule zu errichten.

Erst am 6. April 1818 konnte der Plan der Bergschulgründung endgültig umgesetzt werden. Mit 10 Schülern startete der Unterricht unter Leitung des Bergamtsdirektors Joh. Chr. Leberecht Schmidt in den Räumen des Königlichen Bergamtes im Kurländer Flügel des unteren Schlosses.

200 Jahre danach soll in einer Ausstellung an die langjährige Bergschultradition in Siegen (1818-1967) erinnert werden. Neben der Schulgeschichte mit 3 Bergschulgebäuden an wechselnden Standorten, den verschiedenen Bergschul-Sammlungen, werden auch exemplarisch die ca. 3000 Bergschüler, 122 Bergschullehrer und 16 Bergschuldirektoren gezeigt. Die an Exponaten reichhaltige Sonderausstellung gibt einen Einblick in das Bergschulleben in den unterschiedlichen Epochen.

Voller Stolz soll auf eine Bildungseinrichtung zurückgeblickt werden, die mit dem Bergbau, der Montanregion und den Siegerländern eng verbunden war.

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