People in the city

Stephanie Süßenbach

 

Menschen (in) der Stadt. Stadtmenschen. Menschen, die ganz unterschiedliche Dinge zu ganz unterschiedlichen Zeiten tun. Das ist das Thema meiner Arbeiten. Beim Festhalten dieser Dinge geht es also vielmehr um das Sichtbarmachen der jeweiligen Handlung als um das Wiedererkennen der handelnden Person. Zwar werden äußerliche Besonderheiten gezeigt, doch lediglich auf eine stark reduzierte Art und Weise. Der Hauptfokus liegt auf dem Sichtbarmachen von Konturen, den Umrisslinien, die die Person in ihren Tätigkeiten und ihren Bewegungen hervorbringt. Um diese vergänglichen Eigenschaften festzuhalten, ist meine Arbeitsmethode schnell und skizzenhaft. Das hilft mir, mich auf das Wesentliche der Person zu konzentrieren und eben diese Linien, die sie in ihren Bewegungen erzeugt, wahrzunehmen und in der Zeichnung wiederzugeben. Somit entstehen keine Portraits sondern Momentaufnahmen von alltäglichen Situationen und Handlungen. Ebenso schnell wie diese Situationen auftauchen und wieder verschwinden vollzieht sich auch der Zeichenprozess meiner Arbeiten. Das Zeichnen verläuft intuitiv, schnell und teilweise unkontrolliert und sogar „blind“. Beim Zeichnen auf Papier verwende ich für meine Arbeiten japanische Tusche sowie einen Tuschepinsel; die Malereien dagegen entstehen ausschließlich mithilfe einer Farbrolle. Hierzu liegen die zuvor weiß grundierten Leinwände auf dem Boden. Diese schnelle und reduzierte Zeichen- und Malweise lässt keine Zeit zum Nachdenken und birgt somit einen gewissen Kontrollverlust der beabsichtigt ist. Somit möchte ich dem Zufall und dem spontanen Festhalten einer Situation mehr Raum geben ohne zu viel darüber nachzudenken. Ebenso wenig wie die abgebildeten Personen über ihre alltäglichen Handlungen nachdenken, denke ich über die beste Möglichkeit diese sichtbar zu machen nach. Dem Betrachter begegnen also Situationen und Handlungen, die er entweder selbst bereits dutzende Male getätigt oder sie zumindest bei anderen Personen beobachtet hat. Er kann sich somit entweder mit der Handlung oder der abgebildeten Person selbst identifizieren. Im besten Fall denkt er sogar über diese gewöhnlichen Momentaufnahmen nach, die einzeln betrachtet unbedeutend erscheinen mögen, in ihrer Gesamtheit jedoch das Leben repräsentieren.

 

 

Seit  22. Mai 2018 bis Ende August 2018